Zwei Denkmalpreise für bürgerschaftliches Engagement im Landkreis Altenburger Land

Der Landkreis Altenburger Land vergibt auch in diesem Jahr zum Denkmaltag zwei Denkmalpreise für herausragendes bürgerschaftliches Engagement in der Denkmalpflege. Ausgezeichnet werden der Architekt Jan Godts für die Erhaltung des denkmalgeschützten Anwesens Mühle Schelchwitz sowie die Professorin Louise Walleneit für ihr Projekt Kunsthof Niederarnsdorf.
Landrat Uwe Melzer will die Preise am Freitag, 11. September 2026, beim Eröffnungskonzert des Denkmaltages in der Altenburger Brüderkirche überreichen.
Auszeichnung für Jan Godts
Mit dem Denkmalpreis für Jan Godts würdigt der Landkreis den langfristigen Einsatz für die Mühle Schelchwitz. Nach Angaben aus der Laudatio ging das Anwesen 2002 in seinen Besitz über. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der gesamte Komplex in einem stark vernachlässigten Zustand. Der Mühlgraben war ausgetrocknet, zugewachsen und als illegale Mülldeponie genutzt worden. Auch Brücken, Turbinenhaus und weitere Teile des Ensembles waren beschädigt oder nicht funktionsfähig.
In den vergangenen 24 Jahren ließ Jan Godts das Areal schrittweise sichern und erneuern. Genannt werden unter anderem die Freilegung von zwei Kilometern Mühlgraben, die Beräumung von 5.700 Kubikmetern Schutt, die statische Sicherung und Wiederherstellung von zwei Brückenbauwerken sowie die Sanierung durchfeuchteter Wände. Zudem wurde der Mühlgraben rekultiviert, das Turbinenhaus mit Turbine neu errichtet, der Gartenbereich wiederhergestellt und das Wohnhaus unter Erhalt der historischen Fassadenansichten saniert. Auch das Mühlengebäude selbst wurde instandgesetzt und beherbergt derzeit das Architekturbüro.
Zu den weiteren Arbeiten zählen eine dem Original entsprechende Toranlage, die Erneuerung der Schleuse, eine neue Einfriedung in Anlehnung an das historische Erscheinungsbild sowie eine mit Natursteinpflaster angelegte Parkfläche. Nach Angaben der Laudatio sind auch die beiden historischen Gärten wieder sichtbar gemacht und die Porphyrsäulen instandgesetzt worden.
Auszeichnung für Louise Walleneit
Der zweite Denkmalpreis geht an Louise Walleneit für den Kunsthof Niederarnsdorf. Nach Darstellung des Landkreises ist dort seit 2022 ein kreatives Projekt in einem denkmalgeschützten Vierseithof mit zwei Bauerngärten und Streuobstwiesen entstanden. Der Hof geht auf eine Hofstelle von 1694 zurück, wurde 1826 umgebaut und stand zwischen 2002 und 2022 leer.
Der Hof bewahrt zahlreiche kulturhistorische Details. Genannt werden eine Molke-Luke und Wandnischen im Keller des Wohnhauses, die auf die frühere Nutzung als Käserei hinweisen, außerdem ein Brotbackofen unter einer Porphyrtreppe, eine Bohlendecke und eine Kreuzgewölbedecke. Das markante Torhaus prägt weiterhin das Erscheinungsbild des Dorfes.
Mit dem Projekt sollen Kunst, Kultur, Kulinarik, ökologischer Landbau, Bildung, Tourismus, Daseinsvorsorge, Begegnung und Umweltschutz verbunden werden. In mehreren Bauabschnitten wurden und werden die vier Gebäude des Hofes für eine neue Nutzung erschlossen. Im Wohnhaus entstand ein Salon für Begegnung, Austausch und kleinere Veranstaltungen. In der früheren Scheune gibt es bereits offene Ateliers für Arbeitsaufenthalte und Formate der kulturellen Bildung. Der ehemalige Kuhstall wird derzeit zu einem barrierefreien Galerie-Café umgebaut.
Der Landkreis hebt hervor, dass Louise Walleneit den Hof seit vier Jahren mit Hingabe nach ökologischen und denkmalgerechten Kriterien instand setzt, um das kulturelle Erbe zu bewahren und zugleich zeitgemäß nutzbar zu machen.
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