Jena ändert Ausschreibungsregeln für die Baufelder E, F und G im Wohngebiet Am Oelste

Stadtrat Jena passt die Rahmenbedingungen fürs Wohngebiet „Am Oelste“ an: neuer Grundstückspreis, geänderte Ausschreibung und Verzicht auf öffentlich-rechtlichen Vertrag.

Von Redaktion Jena2 Min. Lesezeit

Der Stadtrat hat am 30. September 2026 die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung des Wohngebiets „Am Oelste“ angepasst. Nach Angaben der Stadt sollen damit Erfahrungen aus der bisherigen Vermarktung ebenso berücksichtigt werden wie veränderte wirtschaftliche und förderrechtliche Bedingungen.

Der städtische Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena vermarktet das Gebiet seit Ende 2021. In Gesprächen mit Interessenten seien vor allem die deutlich gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten als Hemmnis deutlich geworden, heißt es. Zugleich bleibe der Wohnungsmarkt in Jena angespannt, der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum hoch.

Anpassungen für die Ausschreibung

Ein zentraler Punkt des Beschlusses ist der Verzicht auf die bisher vorgesehene Anwendung eines öffentlich-rechtlichen Vertrags zur Verankerung des Jenaer Modells zum Sozialwohnungsbau. Die Stadt begründet das damit, dass eine wirtschaftliche Gegenfinanzierung über Mieten in Höhe der Kosten der Unterkunft unter den bisherigen Bedingungen nicht möglich sei.

Gleichzeitig hält Jena an dem Ziel fest, 30 Prozent mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum zu schaffen. Für den Geschosswohnungsbau auf den Baufeldern E und F bleibt daher ein entsprechender Mindestanteil vorgesehen.

Als weiteres Element verweist die Stadt auf eine neue Förderrichtlinie für den sozialen Wohnungsbau in Thüringen, die seit Juni 2026 gilt. Auch deshalb seien die Flächen für den Geschosswohnungsbau am Oelste in den vergangenen Jahren nicht ausgeschrieben worden. Der nun festgelegte Grundstückspreis soll außerdem mehr Planungssicherheit schaffen und die Ausschreibung attraktiver machen.

Flexible Baufelder und Reihenhausgrundstücke

Zum Beschluss gehört auch eine neue Aufteilung der Baufelder für die nächste Grundstücksausschreibung. Zwei der drei Baufelder umfassen demnach sowohl Flächen für Geschosswohnungsbau als auch Bereiche, die nach Bebauungsplan für Reihenhäuser vorgesehen sind. Nach Angaben der Stadt soll das einen breiteren Kreis potenzieller Bauherren und Projektentwickler ansprechen.

Je nach gewähltem Baufeld sind Bauvorhaben mit rund 35 bis zu 180 Wohneinheiten möglich. Neben größeren Projektentwicklern kommen laut Stadt auch lokale Wohnungsunternehmen, Genossenschaften oder Bauherrengemeinschaften als Interessenten infrage.

Für die Reihenhausgrundstücke hat der Stadtrat zudem eine flexiblere Vermarktung beschlossen. Ziel ist eine vereinfachte und passgenaue Vergabe an private Bauherren, Bauherrengemeinschaften und professionelle Marktakteure.

Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange sagte: „Wir möchten die bereits erschlossenen Flächen im Wohngebiet Am Oelste einer tragfähigen Entwicklung zuführen. Dafür passen wir die Vergabebedingungen an die aktuellen Rahmenbedingungen an und behalten gleichzeitig unsere städtebaulichen und sozialen Ziele im Blick“.

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