Neuer Sonderband beleuchtet Mühlhausens Geschichte
Vorstellung des Bandes 35 der „Mühlhäuser Beiträge“ mit Personenregister und Einblicken in die Arbeit des Altertumsvereins
Die Stadtbibliothek Jakobikirche in Mühlhausen lädt am Mittwoch, den 10. Dezember 2025, um 19:00 Uhr zu einer besonderen Veranstaltung ein. Im Fokus steht der neue Sonderband 35 der renommierten Schriftenreihe „Mühlhäuser Beiträge“, die ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte dokumentiert. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Präsentation und Vortrag: Die Geschichte des Altertumsvereins
Veranstalter ist der Geschichts- und Denkmalpflegeverein, der die Entstehungsgeschichte und Forschungstradition des 1899 gegründeten „Altertumsverein für Mühlhausen und Umgegend“ in den Mittelpunkt rückt. Der Verein war die erste Institution, die sich intensiv und systematisch mit der Stadtgeschichte von Mühlhausen auseinandersetzte.
Der Historiker Dr. Andreas Schulz (Hildburghausen) wird mit seinem Vortrag „Der Altertumsverein für Mühlhausen und Umgegend – Wie die Mühlhäuser Stadtgeschichte wieder auflebte“ einen tiefen Einblick in die Vereinsarbeit und ihre nachhaltigen Wirkungen geben. Besonders während des Zweiten Weltkriegs prägte der Altertumsverein die regionale Geschichtsforschung maßgeblich.
Die „Mühlhäuser Geschichtsblätter“ und ihre Bedeutung
Einen Meilenstein setzten die vom Verein herausgegebenen „Mühlhäuser Geschichtsblätter“ (1900–1940). Diese Zeitschrift hat sich als eines der bedeutendsten regionalhistorischen Periodika Thüringens etabliert und bietet bis heute vielfältige Anknüpfungspunkte für die Erforschung der Geschichte der Region.
Der neue Sonderband enthält zudem ein erstmals vollständiges Personenregister der „Mühlhäuser Geschichtsblätter“. Dieses umfassende Register wurde von Karl-Heinz Keil (1921–2019), einem engagierten Mediziner und Stadtforscher, zusammengetragen. Die Aufbereitung für den Druck und die ergänzende Darstellung übernahm Dr. Andreas Schulz.
Biografischer Beitrag zu Dr. Karl-Heinz Keil
In einem weiteren Abschnitt würdigt Roswitha Henning in einer ausführlichen biografischen Studie das Wirken von Dr. Karl-Heinz Keil. Sie stellt dessen Leistungen als Akteur der Personenforschung und seine Unterstützung für das Stadtarchiv Mühlhausen heraus.
Von der Gründung bis zur Gegenwart: Geschichts- und Denkmalpflegeverein
Der Geschichts- und Denkmalpflegeverein, der seit 1990 existiert, sieht sich bewusst als Fortsetzer der Vereinsarbeit aus dem frühen 20. Jahrhundert. Seit 1978 erscheinen die „Mühlhäuser Beiträge“, die heute gemeinsam mit den Mühlhäuser Museen und dem Stadtarchiv veröffentlicht werden.
Beide Publikationsreihen – die historischen „Mühlhäuser Geschichtsblätter“ ebenso wie die „Mühlhäuser Beiträge“ – dokumentieren wertvolle Forschungsergebnisse und Entwicklungen der Stadtgeschichte Mühlhausens. Sie beleuchten Transformationen von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik, die nationalsozialistische Ära und die Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Relevanz für die Forschung und Öffentlichkeit
Mit dem neuen Sonderband wird ein beachtliches Nachschlagewerk vorgelegt, das nicht nur für Fachleute von Interesse ist: Das Personenregister sowie die Inhaltsverzeichnisse zu den Einzelbänden bieten eine praxisnahe Orientierungshilfe für alle, die sich für lokale Geschichte interessieren. Viele der „Mühlhäuser Geschichtsblätter“ sind heute auch online zugänglich.
Die Veranstaltung am 10. Dezember verspricht spannende Einblicke in die traditionsreiche Geschichtsarbeit vor Ort – ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung und Vermittlung regionaler Identität.
Wer sich für die Entwicklung der Mühlhäuser Stadtgeschichte interessiert, hat hier die Gelegenheit, mit ausgewiesenen Experten ins Gespräch zu kommen und neueste Forschungsergebnisse kennenzulernen.
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