Schwanenteich öffnet zum Himmelfahrtswochenende
Mühlhausen gibt erste Bauabschnitte frei – mit Spielplatz, Uferpfad, Biergarten und neuen Angeboten am Wasser

Mit der Freigabe der ersten beiden Hauptbauabschnitte wird das Erholungsgebiet am Schwanenteich ab dem 13. Mai für die Öffentlichkeit geöffnet. Zum verlängerten Himmelfahrtswochenende vom 14. bis 17. Mai 2026 steht das Areal damit Bürgerinnen, Bürgern und Gästen zur Verfügung. Für die Stadt Mühlhausen ist das ein Schritt mit weitreichender Bedeutung: Das Projekt verbindet Naturerlebnis, historische Bezüge und moderne Infrastruktur an einem zentralen Ort.
Freigabe zum verlängerten Wochenende
Die Stadtverwaltung Mühlhausen/Thür. verweist auf die besondere zeitliche Einordnung der Eröffnung. Die ersten beiden Hauptbauabschnitte sind öffentlich freigegeben, weitere Teile des Gesamtprojekts folgen später. Der Schwanenteich präsentiert sich damit schon jetzt als neu gestaltetes Erholungsgebiet mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.
Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns hebt hervor, dass der neu gestaltete Schwanenteich die touristische Strahlkraft der Mittelalterlichen Reichsstadt Mühlhausen erhöhen und zugleich die wirtschaftliche Attraktivität sowie die Lebensqualität steigern soll.
Ein Vorhaben mit langer Vorgeschichte
Die Entwicklung des Schwanenteichs als zentrales Erholungs- und Naturgebiet reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entstand eine erste Konzeption für das Naherholungsgebiet. Einen weiteren Schub erhielt das Vorhaben im Zusammenhang mit der Bewerbung zur Landesgartenschau 2024 unter dem Motto „Wasser – Mühlen – Mythen“.
Auch nachdem Mühlhausen keinen Zuschlag erhielt, blieb die Unterstützung bestehen. Der Freistaat Thüringen sagte Fördermittel zu. Der Stadtrat beschloss am 6. Oktober 2021 einstimmig die Entwurfsplanung für die Aufwertung des Schwanenteichs. Seitdem wurde das Projekt mit Bürgerbeteiligung und Fachkompetenz weiterentwickelt.
Trotz verschiedener Belastungen, darunter globale Krisen, Lieferengpässe, Energieknappheit, Kostensteigerungen sowie geologische Herausforderungen und Vandalismus, wurde das Vorhaben fertiggestellt.
Was am Schwanenteich entstanden ist
Integrativer Spielplatz „Wasser – Mühlen – Mythen“
Ein zentraler Bestandteil des neuen Areals ist der Spielplatz, der Kinder und Jugendliche ansprechen soll. Inhaltlich greift er die Verbindung von Wasser, mittelalterlicher Geschichte und Natur auf. Die Stadt verweist besonders auf barrierefreie Spielbereiche, die auch Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen den Zugang zum Spiel ermöglichen.
Sprudelstein, Matschrinne und großzügige Spielflächen gehören zu den neuen Elementen.
Platz am Schwanenteich mit Blick aufs Wasser
Der neu gestaltete Platz bietet direkten Zugang zum Wasser und arbeitet mit naturnahen Materialien wie Holz und Naturstein. Mehrere Ebenen mit Sitzmöglichkeiten eröffnen Panoramablicke über den Teich. Ein Wasserspiel in der nordöstlichen Ecke setzt visuelle Akzente und verbessert zugleich durch Sauerstoffzufuhr die Wasserqualität.
Bereits installiert sind drei von fünf Fischskulpturen des Künstlers Gisbert Baarmann aus der Uckermark. Die Skulpturen gehen auf Zeichnungen des Mühlhäuser Naturforschers W. G. Tilesius von Tilenau zurück. Zwei weitere Fische sollen in den nächsten Wochen folgen.
Der Platz ist zudem als Veranstaltungsort vorgesehen und bietet dafür eine große Fläche mit unverwechselbarem Flair.
Informationszentrum am Ostufer
Am Ostufer ist ein multifunktionales Gebäude entstanden. Es beherbergt eine Tourist-Information und einen Raum für Umweltbildung, der unter anderem für ein Grünes Klassenzimmer, Seminare und Workshops genutzt werden kann. Auch als Trau-Ort ist das Gebäude vorgesehen.
Im Außenbereich stehen Fahrradabstellplätze mit Ladestationen für E-Bikes sowie ein barrierefreies WC zur Verfügung.
Uferpromenade, Uferpfad und Ufergarten
Für Fußgänger wurde ein geschlängelter Uferpfad durch einen mit einheimischen Arten bepflanzten Ufergarten angelegt. Der Bereich ist auf Ruhe, Nähe zum Wasser und wechselnde Ausblicke ausgelegt. Der bestehende asphaltierte Hauptweg bleibt für Radfahrer erhalten.
Neue Bänke, teilweise mit erhöhten Sitzflächen für ältere Menschen, sowie Papierkörbe, Fahrradständer und ein Trinkwasserbrunnen ergänzen das Angebot.
Umgestaltung des Biergartens
Auch der Biergarten des Restaurants/Cafés wurde neu geordnet. Ziel ist eine gute Grundlage für die künftige Betreibung. Die Außenanlagen sind nun barrierefrei zugänglich, Stolperstellen und unsaubere Verkabelung wurden beseitigt. Zusätzlich schafft eine größere befestigte Fläche mehr Platz für Tische.
Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 11,725 Mio. €. Darin enthalten sind Baukosten in Höhe von 9,701 Mio. € sowie Nebenkosten von 1,981 Mio. €. Die wichtigste Finanzierungsquelle sind GRW-Mittel, die bis zu 75 % der Kosten decken.
Gemeinschaftswerk mit vielen Beteiligten
Die Stadt beschreibt das Vorhaben als Gemeinschaftswerk. Beteiligt waren Stadtverwaltung, Stadtrat, Kommissionen, Planungsbüros, Fachplaner, Bürgerinnen und Bürger sowie regionale Baufirmen, Handwerker und Künstler. Ein besonderer Dank gilt zudem dem Freistaat Thüringen und der Thüringer Aufbaubank.
Weitere Entwicklung und zeitweise Einschränkungen
Am 13. Juni folgen weitere Veranstaltungen. Die Fertigstellung des dritten Bauabschnitts mit Brücken, Doppel-Kletterspinne und Sonnendeck ist für Ende 2026 vorgesehen. Für die langfristige Pflege des Areals sollen zwei neue Mitarbeitende im städtischen Bauhof eingestellt werden.
Während der Arbeiten am noch nicht abgeschlossenen dritten Bauabschnitt kann es kurzfristig zu zeitweisen Einschränkungen kommen. In solchen Fällen wird der Fußgängerverkehr über eine hergerichtete nördliche Umleitung geführt, die auch mit dem Fahrrad nutzbar und barrierefrei gestaltet ist. Hinweise zu Behinderungen und Sperrungen sollen rechtzeitig an der Kulturstätte sowie an der westlichen Baugrenze am Anglerverein angezeigt und ausgeschildert werden.
Mit der Freigabe des Erholungsgebiets beginnt für den Schwanenteich ein neues Kapitel als Ort der Erholung, der Begegnung und des Naturerlebnisses.
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